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Bionisches Auge mit Gallium-Nerven

Juni 2020 | Hintergrund

Bionisches Auge
Bild: The Hong Kong University of Science and Technology

Wenn Maschinen oder Fahrzeuge ihre Umgebung optisch wahrnehmen wollen, müssen sie bislang auf Sensoren zurückgreifen, die weit hinter der Leistungsfähigkeit des menschlichen Auges zurückbleiben. Für die Anordnung aus einer Linse und schalenförmig angeordneten Sehstäbchen in einem Kugelkörper gab es nichts Vergleichbares. Wissenschaftler der Hongkong University of Science of Technology haben nun erstmals erfolgreich einen Sensor getestet, der dem menschlichen Auge in diesen wesentlichen Merkmalen nachempfunden ist: Es handelt sich bei dem Sensor um einen Kugelkörper, der mit einer Flüssigkeit gefüllt ist, vorne eine Linse als Pupille besitzt und hinten dicht an dicht mit Fotosensoren besetzt ist. Deren „Sehnerven“ sind mit einem Computer verbunden und bestehen aus einer Gallium-Indium-Legierung. Der Computer erzeugt dann ein sichtbares Bild am Monitor.

Zwar steckt die Technik noch in den Kinderschuhen, eine schnellere Reaktionsfähigkeit als das menschliche Auge kann das bionische Pendant aus Hong Kong jedoch bereits vorweisen. Allein die Auflösung ist noch sehr grob – dies ist nicht zuletzt den mit 0,7 mm vergleichsweise dicken Drähten geschuldet. Sollten die Forscher aus Hong Kong hier Fortschritte erzielen, dürfte ihr „Auge“ in einer Reihe von Anwendungsgebieten hoch begehrt sein. In der Medizin sind zum Beispiel Linsen mit Zoom-Funktion gefragt. Aber auch bei den Megatrends Industrie 4.0 und Autonomes Fahren spielen leistungsfähige optische Sensoren eine wichtige Rolle.

Quellen: Hong Kong UST, faz.net

Bionisches Auge
Bild: The Hong Kong University of Science and Technology

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