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E-Flugzeuge: Rolls Royce gründet neue Partnerschaft

April 2021 | Innovationen

Rolls-Royce-Elektroflugzeug

Mit reiner Batteriekraft fliegen? Dutzende oder gar hunderte Fluggäste emissionsfrei von A nach B transportieren? Immer mehr Konzerne verfolgen und erforschen genau dieses Ziel. Laut Unternehmensberatung Roland Berger waren Anfang 2020 weltweit bereits rund 215 Luftfahrzeuge mit Elektroantrieb in der Entwicklung. „Der Elektroantrieb könnte zum Paradigmenwechsel in der Luft- und Raumfahrtindustrie führen“, schreiben die Berater. Der Einsatz von Elektroantrieben in Flugzeugen sei keine Frage mehr des Ob, sondern des Wann.

Dazu passt eine aktuelle Meldung des britischen Triebwerkherstellers Rolls Royce. Anfang März ist dieser eine Partnerschaft mit dem italienischen Flugzeughersteller Tecnam und dem norwegischen Regionalflieger Wideroe eingegangen, meldet Argus Media. Das Ziel: Entwicklung eines vollelektrischen Flugzeugs bis zum Jahr 2026, das für Pendler im norwegischen Kurzstreckennetz von Wideroe eingesetzt werden soll. Gebaut werden soll die neue Maschine auf Basis der in Norwegen schon genutzten elfsitzigen Tecnam P2012. Argus Media zitiert Stein Nilsen, CEO von Wideroe, mit den Worten: „Norwegens großes Netz an Flughäfen für Kurzstreckenstarts und -landungen ist ideal für Null-Emissions-Technologien“. Wideroe sei klar auf Kurs, sein Null-Emissions-Ziel für alle Flüge bis etwa 2025 zu erreichen.(*)

Kurz- und Mittestreckenanbieter pushen E-Flugforschung

Auch die kanadische Harbour Air mit Sitz in Vancouver will ihre gesamte Flotte in Elektroflugzeuge umwandeln. Die größte Wasserflugzeug-Airline in Nordamerika transportiert jährlich über 500.000 Flugreisende auf rund 30.000 kommerziellen Flügen. Alle Harbour-Air-Flüge dauern kürzer als 30 Minuten, wodurch sie sich perfekt für Elektromotoren eignen. Schon im Dezember 2019 vermeldete Harbour Air den ersten erfolgreichen Testflug mit einer voll-elektrischen Passagiermaschine – einer sechssitzigen DHC-2 Havilland Beaver. Gut ein halbes Jahr zuvor war Harbour Air eine Partnerschaft mit magniX eingegangen. Das 2005 in Seattle gegründete Unternehmen ist auf elektrische Propellersysteme spezialisiert. Roei Ganzarski, CEO magniX, sagte anlässlich der neuen Partnerschaft: „2018 hatten 75 Prozent aller weltweiten Flüge eine Distanz von maximal 1000 Kilometern“(*). Deshalb sieht er in der Verbindung neuer Propellersysteme mit immer stärker wachsenden Batteriekapazitäten enorm großes Potential in gerade diesem mittleren Flugstrecken-Bereich („middle mile range“).

Airbus plant emissionsfreies Flugzeug bis 2035

Aber auch die großen Flugzeugbauer forschen längst an E-Flugzeugen. Airbus beispielsweise bereits seit 2010 – und mittlerweile auch zunehmend an Maschinen mit Wasserstoffantrieb. Im September 2020 präsentierte Airbus gleich drei Konzeptflugzeuge unter dem Projektnamen ZEROe, die alle mit Wasserstoff betrieben werden. Gegenüber Tagesschau.de sprach die scheidende Technik-Chefin Grazia Vittadini damals von einem „historischen Moment“. Schon im Jahr 2035 wolle Airbus mit dem ersten emissionsfreien Flugzeug auf den Markt kommen.

Zwar mag dieser konkrete Zeitplan recht ambitioniert klingen, doch die Richtung scheint klar: Emissionsfreie Flugzeuge – ob mit E- oder Wasserstoffantrieb – werden früher oder später Normalität sein oder zumindest viele Flotten maßgeblich verstärken. Und die Produktion der neuen Antriebe wird an vielen Fertigungspunkten die Nachfrage nach Technologiemetallen weiter kräftig ankurbeln, darunter neben Lithium und Kobalt auch Seltene Erden wie beispielsweise Neodym und Dysprosium.

(*) Übersetzungen durch die TRADIUM-Redaktion

Rolls-Royce-Elektroflugzeug

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