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So kann man in Kritische Rohstoffe und Seltene Erden investieren

April 2022 | Hintergrund

Private Anleger können auf verschiedene Weisen in Rohstoffe investieren

Quelle: pixabay/Ri_Ya

Das Technologiezeitalter baut auf Bodenschätze, die sich in Smartphones, medizinischen Geräten, E-Autos und Batterien finden. Das begrenzte Ressourcenangebot bei bestimmten Metallen und Seltenen Erden hat bereits jetzt vielfach die Preise steigen lassen. Davon können Anleger profitieren und auf verschiedene Arten investieren.

Es gibt verschiedene Wege, um Geld in Rohstoffen anzulegen. Man kann durch den Kauf von Aktien in Unternehmen investieren, die Bodenschätze abbauen oder diese verarbeiten. Ebenso lässt sich Geld in Exchange Traded Commodities, das sind Schuldverschreibungen auf Rohstoffe, anlegen. Eine dritte Option stellen Direktinvestments in die Rohstoffe selbst dar.

1. Minengesellschaften und Förderunternehmen

Zahlreiche Unternehmen, deren Geschäft mit der Förderung und Herstellung der Seltenen Erden und Metalle zusammenhängt, sind börsennotiert. Das bietet die Möglichkeit, sich mit Aktien an ihnen zu beteiligen und indirekt in die Bodenschätze zu investieren.
Zu den größten börsennotierten Minengesellschaften (Explorer) für Seltene Erden zählten laut Statista 2021 folgende Unternehmen:

Börsenwert in Millionen US-Dollar
China Northern Rare Earth Group (China) 4.678
Lynas Corporation Ltd. (Australien) 3.814
Iluka Ressources Ltd. (Australien) 2.694
Galaxy Ressources Ltd. (Australien) 1.438
Alkane Ressources Ltd. (USA) 722

Statt auf Einzeltitel kann man als Anleger auch auf Rohstoff-Fonds oder Exchange Traded Funds setzen.

Mit Rohstoff-Fonds können Anleger in die internationalen Rohstoffmärkte wie für Industriemetalle oder Edelmetalle investieren und mittelbar von den Preisentwicklungen profitieren. Es gibt dabei zwei Ausrichtungen: Entweder investiert der Fond in Aktien von Rohstoffunternehmen oder in Rohstoff-Derivate, die an der Börse gehandelt werden.

Exchange Traded Funds (ETFs) für Rohstoffe bilden einen ausgewählten Rohstoffindex ab. Zu den drei wichtigsten Indizes zählen der Bloomberg Commodity Index, der Rogers International Commodity Index und der Refinitiv Core Commodities CRB Index. Sie decken in unterschiedlicher Gewichtung mehrere Rohstoffgruppen wie Energie, Agrargüter, Industriemetalle und Edelmetalle ab. Im Herbst 2021 wurde ein ETF für Seltene Erden und Strategische Metalle aufgelegt. Er orientiert sich am MVIS Global Rare Earth/Strategic Metals Index (MVREMXTR).

2. Exchange Traded Commodities

Bei den Exchange Traded Commodities (ETCs) handelt es sich um börsengehandelte Wertpapiere. Sie stellen unbefristete Schuldverschreibungen dar und beziehen sich immer auf eine Rohstoffart:

  • Edelmetalle wie Gold, Silber, Platin und Palladium
  • Industriemetalle wie Aluminium, Kupfer, Nickel und Zink
  • Fossile Brennstoffe wie Öl und Erdgas
  • Agrarrohstoffe, zu denen Zucker, Kaffee, Weizen und Baumwolle zählen.

Bestimmte Bodenschätze wie die Seltenen Erden oder einige Technologiemetalle werden nicht an der Börse gehandelt. Daher finden sich keine ETCs für sie.

3. Direkte Anlage in Rohstoffen

Viele Investoren kennen Direktinvestments schon von Edelmetallen wie Gold und Silber. Neben klassischen Sachwerten können Privatanlegen seit ein paar Jahren auch in Seltene Erden und Technologiemetalle investieren und diese physisch erwerben. Dafür eignen sich vor allem Dysprosium, Gallium, Germanium, Hafnium, Indium, Neodym, Praseodym, Rhenium, Tellur und Terbium.
Ihre Fördermengen können schon heute kaum den Industriebedarf decken. Dieser nimmt durch immer neue Hightech-Anwendungen ständig zu. Daher kann es sich lohnen, auf steigende Preise zu spekulieren. Dabei müssen die Technologiemetalle und Seltene Erden den Vergleich mit den Edelmetallen nicht scheuen, wie die Gegenüberstellung von Gold und Gallium zeigt.

Die Preisentwicklung von Gallium und Gold im Vergleich über 5 Jahre

Quelle: TRADIUM GmbH

Wer sein Geld in Seltenen Erden anlegen will, sollte ein paar Punkte beachten. So ist es sinnvoll, die Rohstoffe als Oxide also in Pulverform zu erwerben. Die Industrie bevorzugt im Ankauf Oxide für die eigene Weiterverarbeitung. Somit sind Seltene Erden in Pulverform leichter liquidierbar. Hinzu kommt, dass sich Oxide wesentlich besser als die reinen Metalle lagern lassen. Bei unsachgemäßer Verwahrung kann die Produktqualität leiden. Im schlimmsten Fall drohen gesundheitliche Schäden.

Darum sollte man in Rohstoffe investieren

Angesichts von Niedrig- bzw. Negativzinsen und einer steigenden Inflation kann es sich lohnen, in Sachwerte zu investieren. Das Angebot an Anlageformen, die früher vor allem institutionellen Anlegern vorbehalten waren, wird für Privatinvestoren immer vielfältiger. Wie im Gold-Gallium-Vergleich gezeigt, bieten sich bei Rohstoff-Investments interessante Renditechancen. Außerdem sind sie krisenfest und inflationssicher. In der richtigen Beimischung können sie zur Diversifikation des Portfolios beitragen.

Quelle: pixabay/Ri_Ya ID 5548517

Quelle: pixabay/Ri_Ya

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